2025: Bali war für mich erst mal „zu touristisch“. Und dann kam die Insel mit Tempeln im Alltag, Reisfeldern wie gemalt, Dschungel-Pools und genug kleinen Momenten, die hängen bleiben. Zwischen Ubud, Jatiluwih und Sanur wird aus Skepsis ziemlich schnell Begeisterung.

Ankommen zwischen Tempeln, Mopeds und Dschungelblick

Ankunft

Bali also. Nach vielen Stationen in Asien ist meine Erwartung zunächst eher verhalten. Nicht negativ – aber ein bisschen vorsichtig. Zu präsent ist das Bild einer sehr touristischen Insel, ein Ort, der viel zeigt, aber auf den ersten Blick wenig Verstecktes. Dieses leicht Abgeschliffene schwingt mit. Trotzdem: Bali steht auf der Liste, also lassen wir uns darauf ein.

Die Anreise selbst ist dann überraschend unspektakulär – im besten Sinne. Kein Chaos, kein Improvisieren. Wir kommen an, treten aus dem Terminal, und da steht er: unser organisierter Pick-up. Namensschild, freundliches Lächeln, einsteigen, losfahren. So darf Reisen gern öfter beginnen.

Bali gehört zu Indonesien, dem größten Inselstaat der Welt. Während Indonesien überwiegend muslimisch geprägt ist, geht Bali einen eigenen Weg. Rund viereinhalb Millionen Menschen leben hier, fast alle folgen dem balinesischen Hinduismus – einer besonderen Mischung aus Hinduismus, Buddhismus und alten Naturreligionen. Das prägt die Insel sichtbar und spürbar, vom Alltag bis zur Architektur.

Schon auf der Fahrt nach Ubud wird klar, warum Bali als „Insel der Tempel“ gilt. Links und rechts tauchen kleine Schreine auf, Haus-Tempel, Dorf-Tempel, große Anlagen und winzige Altäre. Man spricht von über zehntausend Tempeln auf der Insel. Ob diese Zahl nun exakt stimmt oder nicht – sie fühlt sich plausibel an. Tempel gehören hier nicht zur Sehenswürdigkeit, sondern zum Alltag.

Der Verkehr hingegen gehört definitiv zu den Herausforderungen Balis. Er ist dicht, oft zäh, manchmal anstrengend und erinnert stellenweise an Vietnam. Mopeds, Autos, Lieferwagen – alles teilt sich den Raum, und ohne erfahrene Fahrer geht hier wenig. Und trotzdem: Die Fahrt macht Spaß. Vielleicht, weil Bali selbst im Verkehrsgewühl noch entspannt wirkt.

Bali also. Nach vielen Stationen in Asien ist meine Erwartung zunächst eher verhalten. Nicht negativ – aber ein bisschen vorsichtig. Zu präsent ist das Bild einer sehr touristischen Insel, ein Ort, der viel zeigt, aber auf den ersten Blick wenig Verstecktes. Dieses leicht Abgeschliffene schwingt mit. Trotzdem: Bali steht auf der Liste, also lassen wir uns darauf ein.

Die Anreise selbst ist dann überraschend unspektakulär – im besten Sinne. Kein Chaos, kein Improvisieren. Wir kommen an, treten aus dem Terminal, und da steht er: unser organisierter Pick-up. Namensschild, freundliches Lächeln, einsteigen, losfahren. So darf Reisen gern öfter beginnen.

Bali gehört zu Indonesien, dem größten Inselstaat der Welt. Während Indonesien überwiegend muslimisch geprägt ist, geht Bali einen eigenen Weg. Rund viereinhalb Millionen Menschen leben hier, fast alle folgen dem balinesischen Hinduismus – einer besonderen Mischung aus Hinduismus, Buddhismus und alten Naturreligionen. Das prägt die Insel sichtbar und spürbar, vom Alltag bis zur Architektur.

Schon auf der Fahrt nach Ubud wird klar, warum Bali als „Insel der Tempel“ gilt. Links und rechts tauchen kleine Schreine auf, Haus-Tempel, Dorf-Tempel, große Anlagen und winzige Altäre. Man spricht von über zehntausend Tempeln auf der Insel. Ob diese Zahl nun exakt stimmt oder nicht – sie fühlt sich plausibel an. Tempel gehören hier nicht zur Sehenswürdigkeit, sondern zum Alltag.

Der Verkehr hingegen gehört definitiv zu den Herausforderungen Balis. Er ist dicht, oft zäh, manchmal anstrengend und erinnert stellenweise an Vietnam. Mopeds, Autos, Lieferwagen – alles teilt sich den Raum, und ohne erfahrene Fahrer geht hier wenig. Und trotzdem: Die Fahrt macht Spaß. Vielleicht, weil Bali selbst im Verkehrsgewühl noch entspannt wirkt.

Balinesisches Haus

Ankommen, bleiben, wohlfühlen

Ubud

Wir sind angekommen. Der Urlaubsmodus ist an, der Jetlag erstaunlich schnell vergessen. Ubud ist unser erster Stopp – mitten im Inselinneren, kein Meer, kein Strand, dafür DschungelReisfelder und dieses ganz eigene Bali-Gefühl, das sofort greift.

Ubud liegt im Herzen der Insel und ist so etwas wie das grüne Gegengewicht zur Küste. Spirituell, lebendig, aber nie laut oder hektisch. Tempel stehen hier nicht als Sehenswürdigkeiten herum, sie sind Teil des Alltags. Mopeds knattern durch schmale Straßen, Opfergaben liegen frisch geflochten auf Gehwegen, aus Cafés riecht es nach Kaffee und Räucherstäbchen gleichzeitig. Alles wirkt dicht, aber stimmig. Man merkt schnell: Auch ohne Meer kann man hier hervorragend ankommen – und bleiben.

Die ersten Tage sind bewusst ruhig. Pool mit Dschungelblick, langsames Frühstück, nichts vor, außer da zu sein. Ubudentschleunigt, ohne träge zu werden. Es ist ein Ort, der einen nicht zwingt, ständig etwas zu tun, aber jederzeit Möglichkeiten anbietet.

Einer dieser ersten Ausflüge führt uns in den Affenwald am Rand von Ubud. Zu Fuß geht es von der Unterkunft durch Stadt und Verkehr, bis wir plötzlich in einem urigen, alten Wald stehen. Am Eingang werden die Regeln sehr klar kommuniziert: nicht füttern, nicht anfassen, Abstand halten – und bitte alles sichern, was lose ist. Sonnenbrillen, Ketten, Handys. Wir hören zu. Alles verschwindet im Rucksack. Zu viele Affen hier haben zu viel Erfahrung mit unaufmerksamen Touristen.

Der Wald selbst ist beeindruckend. Dichtes Grün, hohe Bäume, moosüberwachsene Treppen, alte Tempel, kleine Brücken. Und überall balinesische Langschwanzmakaken. Mehrere hundert leben hier, organisiert in verschiedenen Gruppen, selbstbewusst und erstaunlich gelassen. Sie sitzen dekorativ auf Mauern, klettern durch die Bäume oder beobachten das Geschehen mit einem Blick, der sagt: Ich weiß genau, was du gerade denkst. Die Kombination aus Dschungel, Tempeln und Affen wirkt wild, ruhig und fast surreal. Perfekte Fotomotive – solange man Abstand hält.

Abends tauchen wir weiter in das kulturelle Ubud ein und besuchen eine traditionelle Tanz- und Musikaufführung. Die Kulisse: ein Tempelhof, Steinfiguren, Kerzenlicht, warme Nachtluft. Begleitet wird das Ganze von einem Gamelan-Orchester. Metallische, rhythmische, klimpernde Klänge, die sich wiederholen, überlagern, steigern. Nicht ganz meine Musik, ehrlich gesagt – aber genau deshalb faszinierend. Die Tänzer bewegen sich präzise, kontrolliert, fast mechanisch. Jede Fingerbewegung sitzt, jede Augenbewegung ist Teil der Geschichte. Masken, Kostüme, Mimik. Man versteht die Handlung nicht im Detail, aber man versteht die Bedeutung. Und man merkt: Das hier ist kein Showprogramm, das ist gelebte Tradition. Kann man auf jeden Fall mal machen. Und sollte man auch.

Nach ein paar Tagen ist klar: Ubud funktioniert. Ohne Strand, ohne Meer, aber mit einer unglaublichen Dichte an Atmosphäre. Ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Sich-Wohlfühlen.

Zu Fuß durch Reisfelder – drei Walks, drei Stimmungen

Ubud

Ubud eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen. Man muss nicht weit fahren, oft reicht ein kleiner Abzweig von der Hauptstraße – und man ist draußen. Unser erster Weg ist ein klassischer Reisterrassen-Walk, direkt in Richtung Norden aus der Stadt heraus. Über einen schmalen Pfad verlassen wir den Trubel, laufen an einer halb verfallenen Hotelruine vorbei – wirkt leicht abenteuerlich, steht aber stabil – und stehen plötzlich mitten im Grün.

Vor uns liegen Reisterrassen, schmale Wege, Wasserläufe, kleine Dörfer. Das typische Bali-Bild, nur ohne Filter. Das Licht ist hart, die Sonne brennt, der Weg zieht sich. Irgendwann kippt die Stimmung der Kinder leicht Richtung Widerstand. Wir schaffen trotzdem gut die erste Hälfte und legen in einem Dorf eine Pause ein. Frisch gepresster Saft, Schatten, Blick auf ein Reisfeld. Genau der richtige Moment.

Der Wirt erklärt uns den Reisanbau auf Bali. Möglich sind hier meist zwei bis drei Ernten pro Jahr, dank des jahrhundertealten Subak-Bewässerungssystems. Wasser aus den Bergen wird über Kanäle und Wehre verteilt, gemeinschaftlich organisiert und religiös begleitet. Tempel regeln nicht nur das Spirituelle, sondern auch ganz praktisch die Wasserverteilung. Landwirtschaft als Gemeinschaftsprojekt – effizient, nachhaltig und tief im Alltag verankert.

Auf dem Weg kommen wir durch ein typisches balinesisches Dorf. Keine einzelnen Häuser, sondern Hofanlagen mit mehreren kleinen Gebäuden: Schlafen, Kochen, Arbeiten – dazu immer ein eigener Tempel. Alles offen, klar strukturiert, funktional und symbolisch zugleich. Wir geraten in eine Zeremonie. Keine Inszenierung, kein Event. Wir bleiben respektvoll auf Abstand und dürfen trotzdem zuschauen. Räucherstäbchen, Opfergaben, traditionelle Kleidung. Still, würdevoll, sehr nah – ohne aufdringlich zu sein.

Ein paar Tage später folgt der Sweet Orange Walk. Wieder starten wir direkt in Ubud, biegen ab – und sind sofort draußen. Dieser Weg ist ruhiger, grüner, fast meditativ. Schmale Pfade schlängeln sich durch Reisfelder, Palmen spenden Schatten, Wasser gluckert leise durch Kanäle. Kaum Verkehr, kaum Lärm. Kleine Warungs am Wegesrand, einfache Bänke, weite Blicke ins Grün. Alles fühlt sich leichter an als beim ersten Walk. Weniger Strecke, weniger Hitze, mehr Ruhe.

Und dann folgt noch ein dritter Walk – weil wir offenbar noch nicht genug Reisterrassen gesehen haben: der Campuhan Ridge Walk. Diesmal bin ich allein unterwegs und will den geplanten Rundgang unbedingt vollständig machen. Vorher schaue ich noch beim Saraswati-Tempel vorbei. Für den Eintritt kleidet man sich traditionell, mit einer geliehenen Kutte und Kopftuch. Kein Problem. Das Foto bleibt für immer.

Dann geht es los. Sattes Grün, kleine Dörfer, Reisfelder. Nach einer Weile wird der Wald dichter, der Pfad schmaler. Ich vertraue auf meine Komoot-Empfehlung. Irgendwann endet der Weg abrupt, und ich balanciere mehrere hundert Meter auf einer schmalen Mauer entlang eines Wasserkanals. Langsam werde ich misstrauisch. Einheimische versichern mir jedoch, dass ich richtig bin.

Kurz darauf soll ich abbiegen – nur: Da ist kein Weg mehr. Also schlage ich mich ein paar Meter durch den Dschungel, einen kleinen Hang hinauf. Oben angekommen: wieder das vertraute Bild von Reisfeldern. Die zweite Hälfte des Walks wird entspannter. Insgesamt ein großartiger Spaziergang – mit etwas mehr Abenteuer als erwartet.

Alle drei Walks zeigen unterschiedliche Seiten von Ubud. Aktiv, ruhig, fordernd, entspannend – je nach Tagesform. Eine Woche Ubud vergeht wie im Flug. Affen, Reisfelder, Dschungel, Rituale, Erholung. Kein Meer – aber ganz viel Bali.

Ausflüge rund um Ubud – Reis, Tempel und Regenwald

Jatiluwih, Pura Ulun Danu Bratan, Wanagiri Wasserfall

Wir verlassen Ubud für einen Tag. Ganz entspannt, gut organisiert, wie so vieles hier. Das Hotel kümmert sich um alles, ein sympathischer Fahrer holt uns mit einem klimatisierten PKW ab. Kein Stress, kein Verhandeln, einfach einsteigen und losfahren. Für heute haben wir uns drei Stationen vorgenommen: ReisterrassenTempel und Wasserfall. Ambitioniert, aber machbar.

Unser Fahrer empfiehlt, mit dem Highlight zu starten – und er hat recht. Solange der Himmel noch blau ist, machen die Reisterrassen einfach am meisten her. Also fahren wir direkt nach Jatiluwih.

Und was soll ich sagen: Es ist überwältigend. Diese Reisterrassen wirken nicht real, eher wie gemalt. Sattes Grün, Terrassen, die sich über Hügel und Bergrücken ziehen, als hätte jemand mit viel Geduld und Geschmack Landschaft modelliert. Frühling in seiner schönsten Form. Hier möchte man eigentlich gar nicht mehr weg.

Wir machen eine kleine Wanderung durch die Terrassen, stapfen zwischen den Feldern entlang, über schmale Wege, vorbei an Wasserläufen. Immer wieder kleine Viewpoints, immer wieder dieses Gefühl: Das kann man nicht besser fotografieren, egal wie man es versucht. Ein Highlight jagt das nächste. Zwischendurch stehen kleine Hütten am Wegesrand, verkaufen kalte Getränke, perfekte Gelegenheit für eine Pause mit Aussicht. Rund anderthalb Stunden sind wir unterwegs – und ausnahmslos alle begeistert.

Hier kann man übrigens auch hervorragend Mountainbike-Touren machen und noch viel tiefer in die Landschaft eintauchen. Definitiv ein Grund, wiederzukommen. Diese Gegend hat so viel mehr zu bieten, als ein Tagesausflug hergibt.

Nach einer Mittagspause geht es weiter. Nächster Halt: Pura Ulun Danu Bratan, einer der bekanntesten und wichtigsten Tempel Balis. Der Wassertempel liegt am Bratan-See und ist der Göttin Dewi Danu, der Göttin des Wassers, der Fruchtbarkeit und der Reisfelder, gewidmet. Wasser ist auf Bali Leben – ohne Wasser kein Reis, ohne Reis keine Insel. Entsprechend zentral ist die Bedeutung dieses Ortes.

Der Tempel stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist berühmt für seine mehrstöckige Pagode, die scheinbar auf dem Wasser schwebt. 

Bei ruhigem Wetter spiegelt sie sich im See, eingerahmt von Bergen und Wolken. Spirituell, fotogen, ikonisch.

Vor Ort ist allerdings auch viel los. Sehr viel. Besucher aus aller Welt, Selfies, Gruppenfotos, Menschen, die Absperrungen eher als unverbindliche Empfehlung verstehen, um das perfekte Bild zu bekommen. Der Tempel selbst ist beeindruckend, die Anlage schön – das Drumherum braucht ein bisschen Toleranz. Trotzdem: Einer der bedeutendsten Tempel der Insel. Gehört gesehen. Haben wir gesehen.

Dann geht es weiter zum letzten Stopp des Tages: der Wanagiri Wasserfall. Auf der Fahrt dorthin ändert sich das Wetter schlagartig. Kein Nieselregen, kein freundliches Tropfen – sondern ein ordentlicher tropischer Guss. Ein Regen, der keine Fragen stellt. Kurz kommt Zweifel auf, ob der Plan noch Sinn ergibt. Wir verlassen die Hauptstraße, fahren eine schmale, wenig vertrauenserweckende Straße leicht bergab. Ein kleiner Fluss bildet sich quer über den Asphalt. Die Situation wirkt … sagen wir: diskussionswürdig.

Unser Fahrer bleibt entspannt. Sehr entspannt. Er kennt den Weg, er kennt den Regen – und er will uns diesen Wasserfall zeigen. Also fahren wir weiter. Am Parkplatz angekommen, beraten wir kurz. Dann die pragmatische Entscheidung: Badesachen an, los geht’s. Der Weg führt durch dichten Dschungel, der letzte Abschnitt über eine steile Treppe. Rutschig, nass, anstrengend. Aber wir merken: Der Regen lässt langsam nach.

Und dann stehen wir davor. Der Abstieg hat sich gelohnt. Der Wasserfall ist beeindruckend: rund 30 Meter hoch, das Wasser stürzt über zwei Kaskaden in ein Becken darunter. Umgeben von dichtem Grün, Felsen, Nebel, Dschungelgeräuschen. Bali-Jungle-Feeling pur. Gewaltig, wild, wunderschön. Auch hier entstehen großartige Bilder – ganz ohne Absperrungen.

Am Ende dieses Tages sind wir müde, nass, zufrieden. Drei Stopps, drei völlig unterschiedliche Eindrücke. Die Reisterrassen von Jatiluwih – ein absolutes Must-See. Der Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan – ikonisch, bedeutend, sehenswert. Und der Wasserfall – einer von vielen, aber genau der richtige an genau diesem Tag. Ein Ausflug, der bleibt.

Strand, Garten und ein bisschen Runterfahren

Sanur

Nach einer intensiven Woche in Ubud wechseln wir die Unterkunft und fahren rund zwei Stunden Richtung Süden nach Sanur. Der Abschied aus Ubud fällt nicht leicht, die Zeit dort verging wie im Flug und hat sich schnell einen festen Platz im Herzen gesichert. Gleichzeitig merken wir: Bali ist mehr als nur diese eine Region. Von hier aus öffnen sich noch ganz andere Möglichkeiten.

Sanur steht exemplarisch für den Süden Balis. Weniger ursprünglich als das Inselinnere, dafür moderner, strukturierter und deutlich stärker auf Tourismus eingestellt. Keine wilde Partyszene, sondern ein ruhiger Küstenort mit Strandpromenade, Hotels, Restaurants und guter Infrastruktur. Gerade mit Familie fühlt sich Sanur entspannt und unkompliziert an – ein Ort zum Durchatmen.

Und auch strategisch liegt Sanur gut: Von Bali aus erreicht man per Boot die Gili-Inseln – Gili TrawanganGili Airund Gili Meno. Kleine Inseln mit türkisfarbenem Wasser, weißen Stränden und einer fast südseehaften Stimmung. Keine Autos, keine Mopeds, nur Fahrräder und Boote. Und wer noch weiter denkt, kommt von Bali aus sogar bis in den Komodo-Nationalpark, Heimat der legendären Komodowarane. Spätestens hier wird klar: Bali ist nicht nur Ziel, sondern Ausgangspunkt.

Wir kommen an, checken ein – und merken sofort: Auch hier haben wir ein sehr gutes Händchen bewiesen. Unsere Unterkunft ist eine alte Hütte in einem kleinen Komplex, eingebettet in einen üppigen botanischen Garten mit Pool. Uns wird erzählt, dass der Garten von einem balinesischen Star-Architekten entworfen wurde, der botanische Anlagen für große Hotelketten gestaltet hat – und sogar einen balinesischen Garten für David Bowie.

Der Garten ist tatsächlich ein Traum. Wilder Dschungel, dichte Vegetation, alte Bäume, die sich über den Pool neigen.

Balinesische Statuen stehen halb verborgen im Grün, mit Moos bewachsen oder von Pflanzen überwuchert. Alles wirkt gewachsen, nicht geplant. Eher so, als würde man mitten im Dschungel wohnen – und nicht in einem Hotel.

Der Pool wird natürlich sofort getestet und für gut befunden. Auch wir kommen schnell an. Hier lässt es sich problemlos aushalten. Das anliegende Restaurant serviert lokale Küche, frisch und richtig lecker. Spätestens jetzt wird klar: Der Erholungsfaktor auf Bali ist enorm. Und wieder stellen wir fest, wie viele Unterkünfte es hier gibt, die gleichzeitig stilvoll, authentisch und erstaunlich erschwinglich sind.

Wir gehen auf Erkundungstour. In wenigen Minuten erreichen wir den Strand. Der ist ruhig, angenehm, kein spektakulärer Bilderbuchstrand, aber absolut solide. Damit ist der Strandaspekt dieser Reise auch abgehakt. An einem weiteren Tag leihen wir uns Fahrräder und radeln entlang der Strandpromenade. Eine entspannte Art, Sanurkennenzulernen.

Wir fahren an Hotels vorbei, passieren unterschiedliche Strandabschnitte und stoßen auf ein Wasserschildkröten-Schutzzentrum, in dem Jungtiere aufgezogen werden, bevor sie später ins Meer entlassen werden. Informativ, sinnvoll und schön umgesetzt – ein Stopp, der hängen bleibt.

Dann wird Tochter Nummer eins krank. Die Unternehmungen werden weniger, der Radius kleiner. Sicherheitshalber lassen wir über das Hotel einen Arzt kommen. Ein freundlicher Arzt erscheint in traditioneller Tracht, begleitet von einem Helfer, untersucht ruhig, erklärt alles verständlich und verschreibt Medikamente. Professionell, entspannt, vertrauenswürdig.

So verbringen wir mehr Zeit in unserer Unterkunft. Aber genau dafür ist dieser Ort perfekt. Garten, Pool, Ruhe, gutes Essen. Sanur tut gut. Ein Ort zum Runterfahren, zum Durchatmen – und ein sehr stimmiger zweiter Abschnitt unserer Bali-Reise.

Ausflug mit Umwegen – Tempel, Fledermäuse und Kaffee

Goa-Lawah & Tirta Gangga 

Tochter Nummer eins geht es wieder gut. Also nutzen wir die Gelegenheit für einen letzten größeren Ausflug, um noch etwas mehr von Bali kennenzulernen. Auf dem Plan steht eigentlich ein ganz großes Highlight: der Lempuyang-Tempel, einer der wichtigsten und heiligsten Tempel der Insel. Ziel klar, Stimmung gut, wir fahren los.

Am Vortag war ein nationaler Feiertag. Alles stand still, nichts ging – für uns völlig okay. Unterwegs erfahren wir dann allerdings, dass aufgrund dieses Festes auch heute die Tempelanlage von Lempuyang geschlossen ist. Ärgerlich. Sehr sogar. Kurz Frust, kurzes Durchatmen. Aber unser Fahrer und Guide bleibt entspannt und hat sofort Alternativen parat. Also umdisponieren wir.

Erster Halt: der Goa-Lawah-Tempel, auch bekannt als Fledermaus-Tempel. Die Anlage liegt direkt an der Küste und ist einer der neun wichtigsten Richtungs-Tempel Balis. Das eigentliche Highlight befindet sich hinter dem Tempel: eine Höhle, die von tausenden – wenn nicht sogar Millionen – Fledermäusen bewohnt wird.

Wir stehen vor dem Höhleneingang und sehen sie sofort. Dicht an dicht hängen sie an der Decke, ein dunkles, lebendiges Muster. Es bewegt sich ständig, leise, unruhig. Dazu ein sehr eigener Geruch, sagen wir: intensiv. Nicht unangenehm im klassischen Sinne, aber eindeutig. Faszinierend, leicht befremdlich, absolut sehenswert. Die Kinder sind gleichermaßen beeindruckt und skeptisch. Wir bleiben eine Weile stehen und beobachten dieses wohlig wirkende Chaos an der Decke.

Weiter geht es zu Tirta Gangga. Eigentlich als Ersatz für Lempuyang gedacht – mental muss ich mich ein wenig dazu zwingen, das auch so zu sehen. Aber Tirta Gangga macht es einem leicht. Die ehemalige königliche Wasserpalastanlage ist großzügig angelegt, mit Gärten, Springbrunnen, Statuen und großen Wasserbecken.

Im Zentrum: ein großer Teich voller Fische, vor allem Kois, die hier eindeutig das Sagen haben. Und die Kinder? Im Himmel. Fischfutter kaufen, füttern, beobachten, lachen. Fisch-Spaß garantiert. Wir laufen durch die Anlage, über Steinplatten im Wasser, vorbei an Brunnen und Skulpturen. Auch hier ist viel los, Besucher aus aller Herren Länder, Kameras, Selfies, Gruppen. Trotzdem: Die Anlage ist schön, gepflegt, ruhig genug, um sich treiben zu lassen. Für die Kinder ein Volltreffer, für uns ein sehr angenehmer Programmpunkt.

Zum Abschluss wartet noch ein echtes Highlight – zumindest für mich. Wir halten an einer Kaffeeplantage. Hier erfahren wir einiges über den Kaffeeanbau auf Bali, werden durch die Plantage geführt und sehen, was hier alles wächst: Kaffee, Kakao, Vanille, Zimt. Danach dürfen wir verschiedene Kaffee- und Teesorten probieren.

Der Höhepunkt ist der berühmte Kopi Luwak, oft auch als „Katzenkaffee“ bekannt. Produziert wird er mithilfe des Asiatischen Palmrollers, einer nachtaktiven Schleichkatze. Sie frisst reife Kaffeekirschen, verdaut das Fruchtfleisch, scheidet die Bohnen wieder aus – und genau diese Bohnen werden gereinigt, geröstet und zu Kaffee verarbeitet. Der Verdauungsprozess soll dem Kaffee eine besondere Note verleihen.

Wir sehen die Tiere vor Ort, erfahren den Ablauf, hören viele Erklärungen. Ich bestelle mir einen Kopi Luwak – schwarz, pur, bitter. Als Kaffeefan kann ich sagen: Er schmeckt gut. Sehr sogar. Ob es dafür diesen speziellen Prozess gebraucht hätte? Keine Ahnung. Aber ich kann mit Überzeugung sagen: Ich habe ihn getrunken. Frau und Kinder bewundern mich auf jeden Fall für meinen Mut.

Im angeschlossenen Souvenirladen kaufen wir noch reichlich Kaffee, Tee und Kakao – als Mitbringsel für die Familie zu Hause. Dann geht es zurück.

Und damit ist Bali auch schon zu Ende. Zwei tolle Wochen liegen hinter uns. Viel gesehen, viel erlebt, viel entspannt. Nach meiner anfänglichen Skepsis hat mich diese Insel absolut überzeugt. So sehr, dass ich mir gut vorstellen kann, wiederzukommen.

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Das war Text!

Bali! TempelReisterrassenWasserfälleDschungel – und erstaunlich viel Erholung zwischendrin. Die Insel ist nicht unentdeckt, aber sie ist echt. Und sie hat diese besondere Fähigkeit, selbst Umwege gut aussehen zu lassen.

Jetzt weiter nach Südamerika? Ab nach Argentinien!