Zwischen Großstadtchaos, Flussalltag, Bergpfaden und Postkartenlandschaften zeigt sich Vietnam widersprüchlich, laut und herzlich. Diese Reisetipps basieren nicht auf Checklisten, sondern auf echten Wegen, Umwegen und ein paar Lektionen unterwegs.

Saigon

Tops: Großstadt, Geschichte & Gegenwart

Saigon ist laut, heiß und ständig in Bewegung. Chaos gehört hier zum Alltag. Wer nicht versucht, Ordnung hineinzubringen, sondern mitläuft, merkt schnell: Genau das macht den Reiz der Stadt aus.

"Solidarität mit Vietnam" Plakat

Sight Seeing: Kolonial-charme & Wendepunkte

Notre-Dame-Kathedrale, Zentralpostamt und der Wiedervereinigungspalast liegen nah beieinander und lassen sich gut kombinieren. Außen schnell erledigt, innen überraschend spannend. Vor allem der Palast erzählt Geschichte ganz ohne große Worte.

Straßenverkehr – Teil des Systems werden

Der Verkehr wirkt chaotisch, funktioniert aber. Straßen überquert man, indem man losgeht – langsam, gleichmäßig, ohne Zögern. Die Mopeds regeln den Rest. Am besten einem Einheimischen folgen.

Kulinarik – Einfach essen

Gegessen wird überall: Straße, Plastikstuhl, Garküche. Pho, Frühlingsrollen, gebratener Reis – bestellen, essen, glücklich sein. Wo Einheimische sitzen, passt es.

Kriegsmuseum – Eindrücklich

Das Kriegsmuseum ist schwer verdaulich, aber wichtig. Bilder, Texte und Ausstellungsstücke zeigen den Krieg schonungslos aus vietnamesischer Sicht. Kein Ort für Eile oder beiläufiges Durchgehen. Danach braucht man einen Moment, um das Gesehene wirken zu lassen.

Nachtleben – Laut & lebendig

Abends dreht Saigon auf. Rooftop-Bars bieten Überblick, Straßenbars das echte Leben. Beides gehört zum Stadtleben dazu. Saigon schläft nicht – es schaltet nur hoch ein paar Gänge hoch.

Mekong-Delta

Must-Sees: Wasser, Alltag & echtes Leben

Das Mekong-Delta ist kein Ort für große Sehenswürdigkeiten, sondern für Beobachtungen. Alles spielt sich auf und am Wasser ab. Wer hierherkommt, sollte weniger erwarten – und bekommt genau deshalb mehr.

Schwimmender Markt im Mekong-Delta

Zu Boot: das Delta verstehen

Ohne Boot geht nichts. Erst vom Wasser aus wird klar, wie sehr der Alltag hier davon abhängt. Häuser, Werkstätten, Kinder, Tiere – alles spielt sich entlang der Flussarme ab. Am besten klein und langsam unterwegs sein, nicht mit der großen Gruppe.

Handwerk & Alltag – Einfach funktioniert

Kokosbonbons, Reispapier, Fischzucht – vieles entsteht noch per Hand. Nicht spektakulär, aber ehrlich. Alles wirkt improvisiert, funktioniert aber erstaunlich gut. Genau darin liegt der Reiz.

Floating Markets – Früh lohnt sich

Die schwimmenden Märkte sind ein Highlight des Deltas und früh am lebendigsten. Händler verkaufen Obst, Gemüse und alles, was sich stapeln lässt. Laut, eng, chaotisch – aber authentisch. Wer zu spät kommt, sieht nur noch Boote beim Abbauen.

Nha Trang

To-Do's: Strand, Pause & Perspektivwechsel

Nha Trang ist kein Ort für große Entdeckungen, sondern fürs Runterfahren. Strandstadt, Urlaubskulisse, ein bisschen künstlich – aber genau richtig, wenn man einfach mal stehen bleiben muss.

Strandpromenade von Nha Trang

Strand – Hauptsache Meer

Der lange Stadtstrand ist schnell erreicht und leicht zugänglich. Kein Traumstrand, aber gut genug für Sonne, Salz und Abschalten. 

Adrenalin-Action

Jet Ski, Schnorcheln, Motorräder, Ausflüge: hier ist für jeden etwas dabei. Wer doch nicht mag: freundlich bleiben, konsequent nein sagen.

Abends – Strandbars & Beobachten

Abends lebt die Promenade. Strandbars, Musik, Verkäufer, Reisende aus aller Welt. Kein großes Nightlife, aber genug Leben, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen.

Nichtstun – Mehr geht auch nicht

Nha Trang eignet sich perfekt für Tage ohne Plan. Aufstehen, Strand, zurück, wiederholen. Wer hier Action sucht, wird fündig – wer sie ignoriert, erholt sich besser.

Familie statt Hotel

Kleine Pensionen sind persönlich, günstig und geschäftstüchtig. Service ist herzlich, Kommunikation kreativ. Missverständnisse gehören dazu – Gelassenheit hilft.

Hoi An

Must-Sees: Altstadt, Maßarbeit & Maßhalten

Hoi An ist hübsch. Sehr hübsch. Fast zu hübsch. Wer hier ankommt, merkt schnell: Diese Stadt lebt vom Schlendern, Staunen – und vom Verkaufen. Am besten funktioniert sie ohne Eile und mit etwas Selbstkontrolle.

Japansiche Brücke in Hoi An

Altstadt – Postkarte in echt

Gelbe Häuser, Holzläden, alte Handelshäuser und Lampions überall. Die Altstadt ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Verlaufen ist unmöglich, Fotografieren ebenso. Einfach treiben lassen und nicht versuchen, alles „abzuarbeiten“.

Japanische Brücke – Kurz, aber Pflicht

Die Japanische Brücke ist schnell überquert und schnell fotografiert. Mehr Symbol als Sensation, aber gehört dazu. Früh morgens oder spät abends ist sie am erträglichsten.

Kulinarik – Einfach & gut

Straßenküchen, kleine Restaurants, Cafés – viel Auswahl, wenig Risiko. Vietnamesischer Kaffee ist stark, Snacks sind günstig, Portionen fair. Hier isst man entspannt, nicht spektakulär – und genau das passt.

Schneider – Versuchung an jeder Ecke

Hoi An ist Schneider-Hochburg. Maßanzüge, Kleider, Hemden – günstig, schnell, oft erstaunlich gut. Wer schwach werden will, wird es hier. Wer stark bleiben möchte, sollte Blickkontakt meiden. Qualität stimmt, Platz im Rucksack eher nicht.

Abends – Kitsch mit Charme

Abends leuchten die Lampions, der Fluss wird zur Bühne. Es ist touristisch, ja – aber angenehm. Bier, Nudeln, Lichter, Menschen. Wer sich darauf einlässt, genießt es.

Hue

Top Sehenswürdigkeiten: Kaisergräber & Geschichte

Hue ist leiser als der Süden, grauer, langsamer. Die Stadt wirkt zurückhaltend – und genau das passt zu ihrer Vergangenheit als ehemalige Kaiserstadt. Wer hierherkommt, sollte Zeit mitbringen.

Kaisergräber in Hue

Kaisergräber – Monumental & meditativ

Rund um Hue liegen die Gräber der Nguyen-Kaiser. Jede Anlage hat ihren eigenen Charakter: pompös, streng oder ruhig. Khai Dinh, Minh Mang und Tu Duc zeigen, wie viel Aufwand hier ins Jenseits investiert wurde.

Thien-Mu-Pagode – Still und schwer

Die Thien-Mu-Pagode ist ruhig, schlicht und bedeutend. Der Ort erzählt weniger durch Gebäude als durch Geschichte. Der alte Austin-Wagen erinnert daran, dass auch stille Orte politische Sprengkraft haben.

Zitadelle – Größe mit Geschichte

Die Zitadelle ist gewaltig. Vieles liegt in Ruinen, doch genau das macht den Ort greifbar. Mit etwas Fantasie lässt sich erahnen, wie mächtig die Kaiserstadt einst war. Zeit einplanen – es ist mehr Weg als Museum.

Hanoi

Musts: Geschichte, Street Live & Dauerhupen

Hanoi ist dichter, kälter und widersprüchlicher als der Süden. Die Stadt wirkt anstrengend – und genau darin liegt ihr Reiz. Wer sich darauf einlässt, erlebt Vietnam in konzentrierter Form.

Straßenverkehr in Hanoi

Ho-Chi-Minh-Komplex – Streng & symbolisch

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum ist kein Ort zum Schlendern. Alles ist geregelt, still und ernst. Der einbalsamierte „Onkel Ho“ liegt tatsächlich dort. Das benachbarte Wohnhaus zeigt die andere Seite: schlicht, fast unspektakulär. 

Ethnologisches Museum – Überblick

Das Ethnologische Museum lohnt sich besonders, wenn man weiter in den Norden reist. Es zeigt, wie vielfältig Vietnam ist – kulturell, sprachlich, traditionell. Gut aufbereitet, überraschend kurzweilig.

Essen – Straßenküche gewinnt

Pho, Banh Mi, Eiskaffee mit gesüßter Kondensmilch. Gegessen wird überall und ständig. Vieles sieht fragwürdig aus, schmeckt aber hervorragend. Vertrauen hilft.

Literaturtempel – Ruhe im Trubel

Der Literaturtempel, Vietnams erste Universität, ist eine kleine Oase. Teiche, Innenhöfe, alte Steininschriften. Schüler kommen hierher, um für gute Noten zu beten. Funktioniert vielleicht auch für Lebensentscheidungen.

Altstadt – Chaos mit System

Das Old Quarter ist Hanoi pur. Enge Gassen, Mopeds, Garküchen, Plastikhocker. Jede Straße hat ihre Geschichte, heute ist alles durcheinander. Abends einfach hinsetzen, Bia Hoi trinken und beobachten – besser wird’s nicht.

Sapa

Must-Sees: Reisterrassen, Trekking & Minderheiten

Sapa fühlt sich anders an als der Rest Vietnams. Kälter, grüner, langsamer. Wer hierherkommt, findet Natur und freundliche Einheimische!

Reisterrassen in Sapa

Trekking – Keine halben Sachen

Sapa lebt vom Wandern. Die Wege führen durch Reisterrassen, Dörfer und Matsch. Wanderschuhwerk ist keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Bergvölker – Nähe & Alltag

Begegnungen mit Hmong und Dzay passieren unterwegs ganz selbstverständlich. Frauen begleiten die Touren, helfen im Matsch und verkaufen am Ende Handgemachtes. Charmant, direkt, effektiv. Wer mitläuft, kauft meist auch.

Reisterrassen – Ausblick inklusive

Die Landschaft ist spektakulär. Terrassen ziehen sich über ganze Hänge, je nach Jahreszeit sattgrün oder erdig braun. Am schönsten wirkt alles, wenn Nebel durch die Täler zieht. 

Homestays – Einfach, aber herzlich

Übernachten bei Familien gehört zum Erlebnis. Holzhaus, Feuerstelle, wenig Komfort, viel Wärme. Abends wird gemeinsam gegessen, getrunken und gelacht. Sprache ist zweitrangig – Gestik und Reisschnaps reichen.

Halong-Bucht

Tops: Kalkfelsen, Boot & Erwartungsmanagement

Die Halong-Bucht ist eines der großen Postkartenmotive Vietnams. Spektakulär, mystisch, beeindruckend – und selten leer. Wer weiß, worauf er sich einlässt, bekommt trotzdem ein starkes Erlebnis.

Felsformationen in der Halong-Bucht

Bootstouren – Ohne geht es nicht

Die Bucht erlebt man vom Wasser aus. Dschunken-Touren sind Standard und meist gut organisiert. Das Programm ist straff, aber effizient: Felsen, Höhlen, Aussicht, Essen. Wer Ruhe sucht, wählt eine kleinere Tour.

Höhlen & Lagunen – Schön mit Beilage

Die Höhlen sind groß, gut beleuchtet und leicht zugänglich. Überraschungen gibt es selten – außer Souvenirständen. Lagunenfahrten mit kleinen Booten sind meist der ruhigste Teil der Tour.

Landschaft – Ganz großes Kino

Tausende Kalksteinfelsen ragen aus dem Wasser. Bei Sonne beeindruckend, bei Nebel fast magisch. Je weniger Boote im Blickfeld, desto besser wirkt die Szenerie. Früh aufstehen lohnt sich.

Abends an Bord – Stimmungssache

Abends wird geankert. Der Himmel glüht, das Wasser ist ruhig, auf Nachbarbooten läuft Karaoke. Wer Gesellschaft mag, fühlt sich wohl. Wer Stille sucht, braucht Ohrstöpsel – oder Humor.

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Vietnam, du Fordernde!

Vietnam challenged – mit Hitze, Lärm und Tempo. Aber es belohnt auch: mit Begegnungen, Momenten und dem Gefühl, mittendrin gewesen zu sein. Wer sich darauf einlässt, reist nicht nur durchs Land, sondern ein Stück weiter.

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